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Tag : Azubi-Blog

24 Mar 2018

Azubi-Blog März 2018

Maren Lange

3. Lehrjahr

Goldmedaillons

Material: 585/ooo Gelbgold

Die Aufgabe:

Diesen Monat durfte ich klassische Medaillons bauen. Eines sollte oval, das Andere rund sein. Im ersten Schritt übte ich mich im Ziselieren, also dem Formen des Metalls mit Hilfe von vorgeformten Punzen – das sind kleine Hämmerchen, die verschiedenste Formen geben können.

Für das Ziselieren nahm ich ein ovales Silberblech, welches dem späteren ovalen Medaillon entsprechen würde und wölbte es langsam mit den Punzen auf. Ich benutzte runde Kugelpunzen. Sobald ich den Dreh raus hatte, sägte ich aus einem zuvor vorbereiteten Goldblech zwei Ovale aus für das ovale Medaillon und und zwei Kreise für das runde Medaillon.  

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Die runden Bleche konnte ich in der Kugelanke formen. Auch hierbei nutzte ich die Kugelpunzen und tiefte die Bleche bis zur gewünschten Wölbung auf. Dabei war darauf zu achten, dass die beiden Hälften gleich gewölbt wurden, damit sie hinterher perfekt aufeinander passten.

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Anschließend gab ich den ovalen Blechen die Wölbung. Gerade hierbei war es besonders schwierig, die beiden Hälften exakt gleich zu ziselieren, das ich sie nicht in einer Form aufriefen konnte, sondern sie frei im Holz formte. Stück für Stück tastete ich mich an die gewünschte Medaillonform heran.

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Zwischenzeitlich war es notwendig die Bleche zu glühen, damit sie wegen der Spannung des Verformens nicht reißen und beim weiteren Auftiefen weicher sind und somit leichter zu bearbeiten. Auf dem folgenden Bild sieht man die vom Glühen oxidierten Stücke.

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Im Weiteren versäuberte ich die Innenflächen mit Schmirgelpapier und verschiedenen Schleif- und Polierrädchen. Auch schmirgelte ich die Kanten gerade ab. Um später in die Medaillons Bilder stecken zu können, fertigte ich dünne Rahmen. Auch den Verschluss arbeitete ich, bevor die Scharnierbewegung angebracht wurde.  Dafür sägte ich vor dem Auflöten der Rahmen ein kleines Sternchen in die eine Seite und bohrte ein Loch in die andere Seite, wo später ein Stift sitzen würde, der in das Sternchen klickt.

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Um das Medaillon öffnen und schließen zu können, musste ich eine Scharnierbewegung anbringen. Eine Scharnierbewegung besteht in diesem Fall aus vier Teilen. Drei kleine Röhrchen (2 davon werden auf einer Seite befestigt, 1 wird auf die andere Seite “Auf Lücke “ gelötet) und ein Draht, der eng durch die drei Röhrchen läuft wird für diese Bewegung benötigt. Dafür muss zunächst eine Nut gefeilt werden, in die die drei Röhrchen perfekt passen.

Das mittlere Röhrchen ist schon auf die richtige Größe angepasst. Die beiden Äußeren haben etwas Überlänge und werden erst nach dem Löten auf Maß gefeilt. Auf einen provisorischen Draht aufgezogen werden die drei Röhrchen in die Nut gelegt und mit dem Schweißlaser fixiert, um im Anschluss gelötet zu werden. Vor dem Löten musste ich allerdings den Draht noch aus den Röhrchen ziehen, um ihn nicht fest zu löten, ohne die Röhrchen dabei abzureißen. Um sauber zu arbeiten und damit die drei Teilstücke im Nachhinein noch perfekt in die Nut passen, legte ich nur sehr wenig Lot an. Im nächsten Arbeitsschritt legte ich die beiden Hälften aufeinander und versäuberte die gesamte Außenfläche.

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Für die Aufhängung befestigte ich eine kleine Scheibe an der Oberseite, die im Nachhinein durch einen kleinen Draht mit der Aufhängungsöse verbunden wird. Nun setzte ich die Medaillons zusammen und verband sie mit einem Draht, der stramm durch die Röhrchen läuft. Die Enden dieses Drahts verschweißte ich mit dem jeweiligen Medaillon. Als letztes brachte ich die Öse an. Dafür bog ich zunächst einen 1,2mm starken Golddraht zu einer runden und einer ovalen Öse.

An der Öffnung sägte ich ein kleines Stück heraus, in die die kleine Scheibe, die bereits am Medaillon angebracht war, genau passte. Die Öse hielt ich an ihre finale Stelleund bohrte durch Öse und Scheibe. Durch die Bohrung schob ich einen Draht und verschweißte ihn mit der Öse. Nach dem letzten Versäubern, Polieren und Mattieren der Medaillons, waren sie dann perfekt! Dadurch, dass ich eine etwas stärkere Blechstärke wählte, kann man die Medaillons noch individuell durch Gravuren oder Steinbesatz gestalten.

Ziel der Konstruktion war es, schöne, feine und trotzdem stabile Medaillons zu konstruieren. Schauen Sie gerne bei uns vorbei und sehen Sie sie sich die fertigen Schmuckstücke genauer an!

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22 Feb 2018

Azubi-Blog Januar 2018

Liebe Kunden,

im folgenden möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Arbeiten unserer beiden Auszubildenden offenbaren. Von Zeit zu Zeit erhalten unsere Auszubildenden besondere Aufgaben in Ihrer Ausbildung. Im folgenden haben Sie mit eigenen Worten beschrieben welche Arbeitsschritte zur Herstellung notwendig waren.

Wir hoffen, dass dieser „Azubi-Blog“ auf Ihr Interesse stößt und werden auch zukünftig in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder Berichte unserer Auszubildenden hier veröffentlichen.

Viel Spaß!


Maren Lange

3. Lehrjahr

Collier aus Kettengliedern

Material: 925/000 Silber

Die Aufgabe:

Ich durfte in letzter Zeit einen wahrhaftigen Hingucker bauen. Einer Kundin wurde zur Vorlage ein Teilstück einer Silberkette gebaut, das passend zum Design bereits vorhandener Creolen und eines Ringes war. Ihr gefiel die Aufmachung und konnte sich vorstellen ein ganzes Collier in dieser Form zu tragen, nur in etwas leichterer Bauweise. Das Gewicht der Kette nach dem Beispielstück hätte mehrere 100 Gramm überstiegen.

Anzeichnen, Sägen und Fromen:

Auf frischem Silberblech zeichnete ich zunächst die Teilstücke der Kettenglieder mit Hilfe einer Reißnadel (einem spitzen Stahlstift) und einer Papiervorlage an. Insgesamt 30 an der Zahl. Sie entsprachen den Maßen des Beispiels.

Mit der Laubsäge unterteilte ich die angezeichneten Bleche der Länge nach in 30 Rechtecke. Dann sägte ich die bauchigen Außenkanten aus.

Die Blechausschnitte legte ich in die sogenannte Kugelanke (die “Schale”) und gab ihnen eine gewölbte Form, indem ich mit einem Hammer auf den Kugelpunzen schlug, der den gleichen Durchmesser wie die Kugelanke hat und somit dem Blech die Wölbung gibt. Dabei gilt es nicht zu feste zu schlagen, um das Blech nicht zu schmieden.

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Schmirgeln, Löten und Abbeizen:

Nach dem Aufwölben schmirgelte ich die Kettengliederhälften auf einem Abziehbrett so ab, dass sie an den kurzen Seiten passgenau aufeinanderpassten.

Im nächsten Schritt verlötete ich die einzelnen Kettenglieder an den kurzen Kanten miteinander. Dabei galt es ausreichend Lot zu benutzen, damit die beiden Hälften nach dem weiteren Bearbeiten noch genug verlötete Fläche haben, um zu halten und gleichzeitig zu vermeiden, dass das Lot auf die Flächen läuft, um langem Versäubern aus dem Weg zu gehen.

Auf diesem Bild sieht man ein Kettenglied vor und nach dem Löten und Abbeizen. Abgebeizt wird das gelötete Werkstück, um Reste der zum Löten benötigten Hilfsmittel vom Metall zu lösen. Mögliche Reste sind sehr hart und können die Werkzeuge in den nächsten Arbeitsschritten beschädigen.

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Befeilen und Schleifen:

Als nächstes befeilte ich alle Kanten. So sieht man auf der linken Seite ein unbearbeitetes und rechts ein befeiltes Kettenstück.

Hier sieht man, wie ich die Teilstücke mit sogenanntem “Tripel” bearbeite. Es ist eine Schleifpaste, die Oxidationen des Lötvorgangs abschleift und gleichzeitig die Oberfläche für die spätere Politur vorbereitet.

Auf diesem Bild sind Kettenglieder nach dem Schleifen zu sehen.

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Rundösen und Verschluss herstellen:

Als Verbindungsstücke zwischen den Kettengliedern sollten wie beim Beispiel Rundösen fungieren. Ich wickelte einen Draht mit 2mm Durchmesser um den Schaft eines Kugelpunzen. Anschließend sägte ich die einzelnen Ösen durch.

Mit Zangen bog ich die Ösen auseinander, hing die Kettenglieder ein und bog die Ösen wieder zu. Das Zulöten der Ösen stellte sich als etwas komplizierter heraus. Ich musste die Ösen löten, ohne dass die Kettenglieder erneut oxidieren. Dafür benutzte ich eine sehr scharfe, also heiße und punktuelle Flamme, sodass nur ein kleiner Bereich der Öse schnell erhitzt wurde und das Lot fließt.

Für den Verschluss entschieden wir nach kurzer Überlegung dafür, einen zu bauen, der nicht auffällt, auch wenn die Kette sich dreht und der Verschluss nach vorne rutscht. Dafür nahm ich zwei bearbeitete Kettengliederhälften und fixierte sie mit dem Schweißlaser, damit die Hälften nicht auseinanderrutschen beim Einfeilen. Mit einer speziellen Feile feilte ich eine Nut, in die 3 Rohrabschnitte für eine 3-teilige Scharnierbewegung gelötet wurden. Auf dem Bild sieht man das Rohr, das im weiteren Schritt in 3 kleineren Teilen an die beiden Hälften gelötet würde. Zum Verbinden der 3 Röhrchen wird ein Draht hindurchgeschoben und an den äußeren Kanten mit dem Rohr verschweißt.

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Polieren und bewundern:

Um den Verschluss gut öffnen und schließen zu können konstruierte ich über die ganze Länge der offenen Verschlussseite eine Nase, die in eine Nut schnackt. Wie den Rest der Kette polierte ich den Verschluss auf Hochglanz.

Nach dem Versäubern der Ösen fing ich an die Kette zu polieren. Dies gestaltete sich allerdings als etwas komplizierter, da das bereits polierte Ende der Kette wieder zerkratzte sobald ich an der anderen Seite angekommen war. Mit Hilfe von Zewa löste ich dieses Problem jedoch schnell.

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Fertig!

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Paula Kruszka

1. Lehrjahr

Collier aus trapezförmigen Elementen

Material: 925/000 Silber

Die Aufgabe:

Es soll eine Silberkette aus trapezförmigen Elementen angefertigt werden. Der erste Arbeitsschritt war die Berechnung der Materialmenge für die Kettenelemente und die Ösen.

Schmelzen und Anzeichnen:

Beim Schmelzen wurde das Material in einen flachen Einguß gegossen. Das geschmolzene Silber musste vor dem aufzeichnen der Formen auf die gewünschte Stärke in mehreren Schritten gewalzt werden.

Das Aufzeichnen erfolgte mit einer Anreißnadel. Die Schwierigkeit hier bestand darin die verschiedenen Muster so auf dem Blech zu platzieren, dass so wenig Materialverlust wie möglich entsteht. Das ist gar nicht so einfach, denn die Elemente waren unterschiedlich geformt und hatten unterschiedliche Größen.

Sägen, Feilen und Mattieren:

Im Anschluß wurden die 8 Elemente ausgesägt und gefeilt. Die Ecken und Kannten der Elemente sollten möglichst rund sein, damit sie später beim tragen die Kleidung nicht beschädigen oder gar die Haut verletzten. Es folgte das Mattieren der Flächen. Dazu wurden mit einem Schmirgelpapier die Oberflächen von Hand bearbeitet.

Ösen herstellen und befestigen:

Im nächsten Schritt wurden in jedem Element zwei Bohrungen für die Ösen gebohrt und entgratet. Die Ösen werden von Hand hergestellt. Dafür musste ich ein zweites mal Material schmelzen und anschließend ein Draht ziehen. Nach dem Erreichen der erforderlichen Drahtstärke wurden die Ösen gewickelt und poliert. Dann wurden die einzelnen Ösen abgesägt. Danach habe ich an 4 Elemente und an den Karabiner die angefertigten Ösen befestigt. Diese Arbeit ist sehr anspruchsvoll, denn die Ösen sind sehr klein und unhandlich.

Schwärzen der Elemente:

Nun konnten diese ausgewählten Elemente geschwärzt werden.  Dabei werden die Elemente für ca. 30 Sek. in eine Flüssigkeit getaucht und spült sie anschließend gründlich mit Wasser ab. Nach der Reinigung habe ich die nicht geschwärzten Kettenelemente zusammen mit den geschwärzten Elementen abwechselnd zusammengefügt.
Fertig ist das Collier!

An einigen Punkten war es ein wenig kniffelig, aber ich habe bei der Herstellung dieser Kette einige gute Hilfestellungen von meinen Ausbildern und „Mitazubine“ Maren erhalten und wieder dazu gelernt.
Das Resultat kann sich blicken lassen. 🙂

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06 Oct 2017

Unsere neue Auszubildende…

Wir möchten heute einmal die Gelegenheit nutzen und Ihnen unsere neue Auszubildende vorstellen…
Paula Kruszka hat im August die Ausbildung zur Goldschmiedin bei uns in der Werkstatt angefangen.

Wir sind sehr froh Sie bei uns im Team zu haben! 🙂

Viele Grüße
Ihr Team des Atelier Juvenile

08 Jul 2017

Azubi-Blog Juni 2017

Liebe Kunden,

im folgenden möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Arbeiten unserer beiden Auszubildenden offenbaren. Von Zeit zu Zeit erhalten unsere Auszubildenden besondere Aufgaben in Ihrer Ausbildung, welche Sie hier näher erläutern.

Wir hoffen, dass dieser „Azubi-Blog“ auf Ihr Interesse stößt und werden auch zukünftig in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder Berichte unserer Auszubildenden hier veröffentlichen.

Viel Spaß!


Ohrclips mit Kundenstein

Aus zwei Steinen der Kundin sollten Ohrclips aus einer Silberplatte entstehen.

Der eine Stein (grün) war bereits in einer goldenen Fassung, für den zweiten Stein (rosa) wurde eine neue angefertigt, welche der des grünen Steins entspricht.

Für die Grundform wurde passend zur Steinform ein Oval gewählt, welches zur Spannung im oberen Drittel leicht geknickt wurde, dass die obere Rundung auf dem Stein endet.

Um die goldene Fassung zu wiederholen und die unterschiedlich farbigen Steine zu wiederholen wurden jeweils drei kleine goldene Fassungen aus Kundengold neben die Steine gesetzt.

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Nittelschließe aus Silber

Es soll eine doppelseitige Nittelschließe gebaut werden, sowohl für Nittel als auch um an einer Kette getragen zu werden.
Sie besteht aus zwei aufgetieften Kreisen, die einen Durchmesser von 25mm haben, wobei einer konkav ist und die zweite Seite konvex.

Verwendet werden sollen eine Edelsteinkette aus 585/- Gelbgold und Brillanten aus alten Kundenringen
um die beiden Seiten individuell zu gestalten.

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Auf die konkave Seite der Schließe wurde die Kette in Spiralform aufgelasert,
jedoch nur an den Verbindungsösen zwischen den Steinen, da sie sich so noch leicht bewegen kann und mehr funkelt.

In die konvexe Seite kamen die Brillanten in einer angedeuteten Dreiecksform.

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Da die Löcher für die Kette und die Hülsen für das Nittel beide direkt nebeneinander liegen
fallen die Löcher für die Kette beim Tragen mit Nittel auf.
Um dies zu beheben mussten auf beide “Hütchen”, damit beim Tragen keiner verrutscht
oder rausfällt passen diese mit einer kleinen Kante direkt in das Loch
und sind beide mit einem Kettchen versehen,
an welchem Ende ein Magnet sitz der sich stramm in der Mitte der beiden Löcher trifft.

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  • Nittelsystem: Das Nittelsystem ist ein Wechselschließensystem,
    bei dem durch eine Spezielle Verschlusstechnik an der Kette
    (, hierbei gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Stahlreifen,
    Reife aus Leder oder Kautschuk, Perlketten und diversen Edelsteinketten)
    und dem Anhänger, welcher hier gleichzeitig als Verschluss dient.

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Der Vorteil dieses Systems sind die vielen Kombinationsmöglichkeiten,
da man an einer Kette immer wieder die Schließe ändern kann
oder eine Schließe an unterschiedlichen Ketten tragen kann.

Auch um eine Kette in der Länge variieren zu können eignet sich das Nittelsystem,
da die Übergänge bei Ketten mit großen Elementen wie z.B. Perlketten
oder bestimmten Edelsteinketten in den Perlen versteckt werden,
oder alternativ mit einem weiteren Schloss verbunden werden können.

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Kreiskette aus 925 Silber:

Aus der geerbten Kette mit runden Ösengliedern und aufgewölbten Kreisen
sollte eine längere Kette entstehen.

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Das Erbstück wurde so mit aneinander gelöteten, aufgewölbten Kreiselementen verlängert
und dem Stil der Kundin angepasst.

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Auch der Verschluss wurde mit einem Haken
und einer darin einzuhängenden Öse unter zwei aufgewölbten Kreisen versteckt.

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Hohlkehlen mit aufgesetzten Farbsteinringen, 925 Silber mit 585 Gold:

Für zwei Erbstücke der Kundin wurde eine Lösung in Verbindung mit Hohlkehlen,
also Ringen mit hochgewölbten Kanten gefunden. Zunächst wurden zwei Hohlkehlen in Silber angefertigt.
Da die Ringgröße der Silberringe größer ist als die der Farbsteinringe, mussten diese aufgesägt und größer gebogen werden.
Dabei galt es höchste Vorsicht im Umgang mit den empfindlichen Edelsteinen zu bewahren.

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Die Steine können beim unbehutsamen Biegen durch Verbiegen der Fassung Druck bekommen und brechen.
Einmal die Ringe auf die passende Größe aufgebogen, können sie perfekt den Hohlkehlen angepasst werden.

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Da die Schienen aufgrund der Steine nicht an die Silberringe gelötet werden konnten,
wählten wir die Lösung des Verschweißens von Stiften  an mehreren Stellen der Goldschiene.
Die Stifte verbinden durch eine Bohrung durch Gold und Silber die Ringe miteinander.

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11 May 2017

Azubi-Blog April 2017

Liebe Kunden,

im folgenden möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Arbeiten unserer beiden Auszubildenden offenbaren. Von Zeit zu Zeit erhalten unsere Auszubildenden besondere Aufgaben in Ihrer Ausbildung. Im April haben beide die Aufgabe erhalten aus einem antiken Silberbesteck verschiedene Schmuckstücke zu erarbeiten. Im folgenden haben Sie beschrieben welche Arbeitsschritte zur Herstellung notwendig waren.

Wir hoffen, dass dieser „Azubi-Blog“ auf Ihr Interesse stößt und werden auch zukünftig in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder Berichte unserer Auszubildenden hier veröffentlichen.

Viel Spaß!


Monatsbericht N°19 – April 2017

– Schmuckset aus antikem Silberbesteck –

Unsere Monatsaufgabe des Monats April war ein Kundenauftrag. Wir sollten aus einem antiken Silberbesteck neue Schmuckstücke für die Kundin, ihre Tochter und ihre Enkeltochter erarbeiten. Die Idee formte sich im Kundengespräch, ein gesamtes Collier, einen Anhänger und ein Paar Ohrhänger für die Kundin umzubauen. Für die Tochter wurde ein Anhänger und Ohrhänger und für die junge Enkeltochter ein Anhänger geplant.

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Im ersten Schritt sägten wir die Rosen, die als Zierelemente an den Enden der Zuckerlöffel und Kuchengabeln dienten, mit der Säge ab.
Dabei erhielten wir einen längeren Ansatz als „Stiel“.

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Dann bereiteten wir uns einen Draht vor, der im weiteren Verlauf der Arbeit als Erweiterung des Stiels dienen würde. Dafür walzten wir zunächst mit der Walze ein Walzprofil und dann zogen wir ihn durch verschiedene Zieheisen, bis der Draht den gewünschten Durchmesser hatte. Als nächstes löteten wir Stücke des Drahtes an die Rosenstiele und versäuberten die Lötstellen nach dem Abbeizen der Löthilfsmittel.

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Für das Collier bogen wir die Verlängerung der Rosen zusammen. Ziel war es, die Rosen nicht als Löffelstiele wiederzuerkennen, sondern eine Art verschlungene Rosenranken zu biegen. Mit Hilfe von unterschiedlichen Zangen bogen wir die Stiele aneinander und ineinander.

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Weiterführend löteten wir einige Ösen an, um die Verbindungen beweglich zu erhalten und gleichzeitig einige Biegungen fest miteinander zu verbinden. Als Erweiterung überlegten wir zwischen mehreren Alternativen: fertige Kettenstücke an den Rosenranken zu befestigen oder aus dem vorhandenen Draht aus dem auch die Stiele bestanden weitere Schnörkel zu biegen und diese zu einem gesamten Collier zu verbinden.

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Wir entschieden uns für die zweite Variante mit einem großen Karabinerverschluss. Anschließend versäuberten wir die Biegungen und um die Ranken noch etwas weiter auszuarbeiten, löteten wir ausgesägte Blättchen an einige Stellen.

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Im Anschluss gravierten wir die Blättchen und schwärzten das gesamte Collier, um das „antike“ Aussehen der Rosen wieder herauszuarbeiten. Anschließend polierten wir die hervorstehenden Flächen heraus und säuberten das Collier. Zum Schluss legten wir uns das Collier zur Kontrolle an und bogen einige Biegungen im Feinschliff direkt am Hals nach, sodass es gut lag.

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Die Ohrhänger und die Anhänger stellten wir nach demselben Prinzip her. Wir verbanden die angelötete Weiterführung der Stiele für die Ohrhänger mit den vorgebogenen Drähten. Es war dabei zu beachten, die Ohrhänger seitenverkehrt zu biegen. Auch hier schwärzten und polierten wir die Ohrhänger abschließend. Der Anhänger für die Enkeltochter besteht aus einer einzelnen kleinen Rose, die wir ohne viele Schnörkel bogen und mit einer kleinen Öse für eine Kette versahen.

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Die beiden Anhänger für Mutter und Tochter gestalteten wir unterschiedlich. Sie bestehen beide aus zwei Rosen. Bei einem Anhänger sind sie fest miteinander verbogen, bei dem anderen können sie einzeln oder zusammen an einer Kette getragen werden. Nach dem Finish der Oberfläche durch Schwärzen und Polieren waren die Schmucksets komplett.

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03 Mar 2017

Azubi-Blog Februar 2017

Liebe Kunden,

im folgenden möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Arbeiten unserer beiden Auszubildenden offenbaren. Von Zeit zu Zeit erhalten unsere Auszubildenden besondere Aufgaben in Ihrer Ausbildung. In diesem Monat haben beide die Aufgabe erhalten sich selbstständig auf einer Fachmesse einen Edelstein auszusuchen und dafür eine passende Ringschiene herzustellen und den Edelstein einzufassen. Im folgenden haben Sie beschrieben welche Arbeitsschritte zur Herstellung notwendig waren.

Wir hoffen, dass dieser „Azubi-Blog“ auf Ihr Interesse stößt und werden auch zukünftig in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder Berichte unserer Auszubildenden hier veröffentlichen.

Viel Spaß!


Josephin Doepner

Gelbgoldring mit Turmalin

Material: 585/000 Gelbgold

Edelstein: grüner Turmalin (im Oktagonschliff)

Die Idee:

Es soll passend zu dem vorher ausgesuchten Edelstein ein Ring aus Gelbgold gebaut werden. Da der Stein geradlinig ist, habe ich mich für einen eckigen und ebenfalls geradlinigen Ring entschieden, welcher aus 2 parallel laufenden Ringschienen besteht, auf welchen oben eine Krappenfassung mit dreieckigen Stotzen sitzt, welche jeweils an den vier Ecken des Turmalins sitzen. Zusätzlich wird der Stein durch einen dünnen Rahmen gehalten, welcher zwischen den Stotzen sitzt.

Für die Stabilität des Ringes sind an der Unterseite drei rechteckige Stege angebracht, welche alle den gleichen Abstand haben und rechtwinklig zu den beiden Ringschienen sind.

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Vorbereitung:

Gelbgold einschmelzen und in einen Rundeinguss gießen, diesen dann walzen um ihn anschließend zu einem Draht mit viereckigem Profil (=Vierkantdraht) zu ziehen. Einen Teil des Drahtes für die zwei Ringschienen platt walzen von einer Seite so, dass ein rechteckiges Profil dabei herauskommt. Den anderen Teil für die Fassung des Steines weiter als Vierkantdraht runterziehen.

Ringschiene:

Den rechteckigen Draht um das parallellaufende Ende eines Kugelpunzens wickeln, dazu wird das untere Stück des Drahtes mit dem Kugelpunzen in einen Schraubstock eingespannt und der Draht dann so eng wie möglich um den Punzen gewickelt, wobei darauf geachtet werden muss, dass der Draht möglichst keine großen Lücken zwischen den Wicklungen aufweist und für zwei Ringschienen ausreicht.

Nach dem Wickeln wird der Draht durchgesägt, um die beiden Ringschienen zu erhalten, welche nach dem Sägen voreinander gebogen werden und, falls nötig noch mehrmals mit der Säge durch an der Öffnung durchgesägt werden müssen, bis die Ringschiene gerade aufeinandertrifft. An der offenen Stelle der Ringschienen diese mit einem Laserpunkt fixieren, damit sich der Ring beim Löten nicht verzieht.

Beide Ringe löten, danach abbeizen, dann die Lotstellen versäubern und die Seitenkanten polieren.

Rahmen:

Für die Fassung den dünnen Vierkantdraht noch etwas weiter runterziehen, dann in zwei Teile sägen, die jeweils etwas Länger als eine kurze und eine lange Seite zusammen sind. Dann bei beiden Drahtstücken an der Stelle einsägen, an der die Ecke der Fassung wäre. Diese dann zuerst mit einer Dreikantfeile bis kurz vor Ende des Drahtes feilen und anschließend mit einer Vierkantfeile einfeilen, bis man auf der anderen Seite eine leichte Linie sieht.

->Wichtig ist darauf zu achten, dass die eingefeilte Kerbe rechtwinklig zum Draht ist

Als nächstes die beiden Winkel an der eingefeilten Stelle knicken, mit Hilfe des Winkels kontrollieren ob diese rechtwinklig sind, dann mit dem Laser fixieren und löten. Bei beiden Winkeln jeweils die kurze Seite auf die endgültige Länge feilen, dann die beiden Winkel aneinander fixieren, dass sie einen Rahmen ergeben. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Stein später in dem Rahmen liegt und so zusätzlich gehalten wird. Anschließend die Winkel aneinander löten, die Lötstellen versäubern und den Rahen innen schräg anfeilen, dass der Stein in dem Rahmen aufliegt.

->Schwierigkeit: Der Edelstein hat an den beiden kurzen Seiten nach unten nur eine sehr geringe abfallende Facette, weshalb der Rahmen an den kurzen Seiten sehr dünn wurde und der Stein nicht komplett an dem Rahmen aufliegt.

Stotzen:

Den dünnen Draht in vier Teile sägen, die alle so lang sein müssen, dass sie von der Ringschiene aus bis über den Stein reichen, damit nachher noch Material zum Fassen bleibt. Bei allen vier Stotzen auf einer Seite diagonal die Stotzen dreieckig feilen und das dreieckige nach unten auslaufen lassen.

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Zusammensetzen der Fassung (Rahmen und Stotzen):

In dem Rahmen nacheinander immer eine Ecke rausnehmen und auf die Größe des Stotzens einfeilen und diesen mit der angefeilten Seite nach innen mit dem Laser fixieren. Wenn alle Stotzen fixiert sind wird alles gelötet, wobei aufgepasst werden muss, dass nix verschmort, da die Stege des Rahmens nur sehr dünn sind.

Wichtig: Die Stotzen müssen leicht schräg verlaufen, also unten enger beieinander stehen als oben, damit der Stein beim Fassen gut sitzt.

Nach dem Löten die Fassung versäubern, fein schmirgeln und von innen aufpolieren.

Montieren des Ringes (Ringschienen, Stege und Fassung):

Als Erstes werden aus dem gleichen Draht der Ringschiene drei Stege absägen und so feilen, dass der Abstand der Ringe nachher so groß ist, dass die Fassung oben mit dem Ende der Ringschiene abschließt. Diese werden dann mit dem Laser fixiert alle drei im gleichen Abstand zueinander und rechtwinklig zu den beiden Ringschienen. Schwierig war hier, dass die beiden Ringe genau parallel zueinander sein mussten, zur Hilfe kann man diese zum Beispiel beim Fixieren über das Unterteil eines Kugelpunzens stecken. Wichtig ist hier nur, dass die Ringe nicht zu viel Spiel haben und wackeln.

Auf die gegenüberliegende Seite der Stege wird die Fassung fixiert, welche vorher so gefeilt wird, dass sie genau auf dem Ring aufliegt. Dann wird alles gelötet und anschließend die Lotstellen versäubert und alles geschmirgelt und poliert oder mattiert.

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Fassen:

Um den Stein zu fassen wird in alle vier Stotzen eine Kerbe gefeilt, die genau an die Rondiste (breiteste Stelle des Steins) angepasst ist. Die Kerbe wird an der Stelle eingefeilt, an der der Edelstein nachher sitzen soll. Damit ich den Stein einsetzen kann, wird einer der Stotzen nach Außen gebogen und, sobald der Stein drinsitzt wieder zurückgebogen. Da bei der Fassung ein Rahmen unterhalb des Steins sitz werden die Stücke oberhalb des Edelsteins auf dem Stein gebogen, bis dieser nicht mehr wackelt.

Da hier jedoch die Stotzen relativ gerade waren und nicht sehr chronisch mussten zusätzlich die Stotzen auf den Stein gerieben werden, wozu diese auf 0,50mm oberhalb des Steins runtergefeilt werden und dann mit einem Fasshammer das Material auf den Stein getrieben, bis dieser gerade du festsitzt. Hier müssen alle Stotzen immer gleichmäßig runtergetrieben werden, dann zwei diagonal gegenüberliegende festgemacht werden und dann die anderen beiden.

Zum Schluss die Stotzen oben gerade feilen und den Ring  aufpolieren.

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Maren Lange

Weißgoldring mit Turmalin und Brillant

Material: 585/000 Palladium-Weißgold

Edelstein: petrolfarbener Turmalin (im Birnkernschliff)

Die Idee:

Beim Besuch einer Schmuck- und Edelsteinmesse im „Boston-Club“ in Düsseldorf war die Aufgabe, einen Edelstein zu  finden und ihn in einem eigens entworfenen Ring zu verbauen.

Ich wählte einen petrolfarbenen Turmalin im sogenannten „Birnkernschliff“. Farblich zum kühlen Blau passend, entschied ich mich für 585/ooo Palladium-Weißgold als Material für die Ringschiene und Fassungen. Im Weiteren nahm ich einen Brillant als zweiten Edelstein als Pendant zum Turmalin in meinem Entwurf hinzu. Wie darin zu sehen ist, verläuft die Ringschiene im oberen Bereich, dort, wo die Fassungen der Steine ansetzen, geschwungen und von oben gesehen mit einem schmaler werdenden Verlauf.

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Ringschiene:

Im ersten Schritt stellte ich die Ringschiene her. Dafür walzte und zog ich einen runden Weißgolddraht mit 2mm Durchmesser. Diesen Durchmesser sollte der Ring am Ende besitzen. Mit einer Ringbiegezange bog ich den Draht zu einem geschlossenen Ring in Größe 58. Die Endgröße des Ringes war auf 56 vorgesehen; um aber den Schwung biegen zu können benötigte ich etwas mehr Drahtlänge.

Im Anschluss lötete ich den Ring mit 1er-Weißgold-Lot zusammen. Wichtig hierbei war, den Ring komplett auszuglühen, um die vom Biegen verzerrte Kristallstruktur des Metalls zu entspannen und so ein gleichmäßiges und leichtes Schmieden und Biegen zu ermöglichen. Anschließend schmiedete ich mit einem Schmiedehammer einen Verlauf in ein Drittel der Ringschiene, der sich später im gebogenen Schwung wiederfinden sollte.

Dann nahm ich erneut die Ringbiegezange und fing an, den Schwung horizontal zur Ringschiene zu biegen. Schnell fiel es mir schwer, eine gleichmäßige, symmetrische Biegung zu erzielen. Und so bemerkte ich, dass ich vergessen hatte, nach dem Schmieden erneut Auszuglühen. Nur mit gezielten Schlägen mit dem Kunststoffhammer, vielen Biegeversuchen  und Geduld ließ sich der Ring noch wie gewünscht biegen.

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Fassungen:

Im nächsten Schritt galt es, die Fassungen herzustellen. Wie dem Entwurf zu entnehmen wählte ich Krappenfassungen (=Drahtfassungen die einem „Krönchen“ ähneln). Zunächst zog ich den Draht auf 0,8mm Durchmesser für die Turmalinfassung und 0,6mm Durchmesser für die Brillantfassung. Diese unterschiedlichen Stärken lassen sich auf die Anzahl der Stotzen (=Drahtstücke der Fassung, die fast senkrecht zum Stein stehen und den Stein halten) und die Größe des Steins zurückführen.

Turmalinfassung: Mithilfe von Zangen bog ich einen Unterbau aus Draht, auf dem der Turmalin hinterher aufliegen sollte. Er hatte die Form des Turmalins und war so groß, dass wenn der Stein auflag, die Rondiste (=breitester Rand eines geschliffenen Steins) genau den Draht verdeckte. Nun schnitt ich vier gerade, kurze Stücke des Drahtes für die Stotzen ab. Die Länge entsprach etwas länger als die höchste Höhe des Turmalins.

Zwei Stotzen waren für den Halt der Spitze des Steins vorgesehen, die anderen beiden für den breiten, gegenüberliegenden Teil. Ich feilte knapp über einem Ende mit einer Rundfeile eine Kerbe in jeden Stotzen, darin sollte später der Unterbaudraht liegen. Dies dient zu einer schöneren Optik und besseren Stabilität der Fassung. Mit dem Schweißlaser fixierte ich die Stotzen an den vorgesehenen Stellen am Unterbau. Dabei war ein genau gleichbleibender Winkel der Drahtstücke zum Unterbau sehr wichtig. Dieser ist wichtig für die spätere Lage des Steins in der Fassung.

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Montieren des Ringes:

Anschließend lötete ich die Stotzen und den Unterbau zusammen. Hierbei war wichtig, nur so wenig Lot wie möglich, aber so viel wie nötig zu benutzen um feine Lotstellen zu erzielen.

Brillantfassung: Meine Wahl fiel auf eine Krappenfassung mit 5 Stotzen. Die Grundlage dafür war eine runde Öse mit dem Außendurchmesser der Rondiste des Brillanten. Anders als bei der Turmalinfassung feilte ich die Kerben nicht in die Drahtstücke der Stotzen, sondern in die Öse. Eine große Schwierigkeit lag dabei darin, gleiche Abstände zwischen den Einfeilungen zu erzielen. Ich benötigte mehrere Versuche, um ein benötigtes Ergebnis mit Anzeichnen durch Schieblehre und Augenmaß zu erzielen.

Beim Ansetzen der Stotzen stellte sich die nächste große Schwierigkeit heraus. Sie lag darin, die Stotzen frontal gesehen senkrecht zur Öse,  und seitlich gesehen alle im gleichen Winkel zur Öse zu setzen und freihand im Schweßlaser zu fixieren. Nach drei fehlgeschlagenen Versuchen, in denen entweder der Abstand zwischen den Stotzen, der Winkel der Stotzen zueinander oder der Winkel der Stotzen zur Öse nicht stimmten, beschloss ich eine andere Methode zu versuchen.

Man erklärte mir, dass bevor die Schweißlaser benutzt wurden, die Fassung in Knete aufgebaut, mit Gips umgossen und dann im Gips gelötet wurde. So baute ich die Fassung in Knete auf. Anstatt im nächsten Schritt Gips zu benutzen, fixierte ich den Aufbau mit dem Laser und konnte ihn so löten. Auch wie bei der vorangegangenen Fassung, war nur wenig Lot und eine kleine Flamme nötig um saubere Lotstellen zu erzielen. Um einen optisch schönen und stabilen Abschluss an der Unterseite der Brillantfassung zu erreichen, fräste ich die Stotzen auf gleicher Höhe mit einem Kugelfräser ein und lötete eine zweite kleinere Öse ein. Ich wählte den Abstand der beiden Ösen so, dass sie im Nachhinein oben und unten mit der Ringschiene abschließen.

Im Weiteren passte ich die Ringschiene im äußersten Punkt des gebogenen Schwungs an die Fassungen an. Mit Kugelfräsern und  der Rundfeile arbeitete ich die Form der Krappenfassungen in die Schiene, sodass sie optisch schön saßen. Dabei passte ich die Fräsungen so an, dass die Oberkanten der Unterbauösen der Fassungen mit der Oberkante der Ringschiene abschlossen. Dann versäuberte ich den Ring durch feines Schmirgeln und Polieren. Zunächst lötete ich die Turmalinfassung an, anschließend die Brillantfassung.

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Fassen:

Das Fassen war der letzte Schritt und benötigte zunächst einige Vorübungen. So nutzte ich die missglückten Krappenfassungen des Brillanten,  um daran zu üben, wie tief die einzelnen Stotzen eingefräst werden mussten, damit der Brillant gleichmäßig und gerade darin liegt. Auch das Abschneiden, Andrücken und Versäubern der nach oben überstehenden Stotzen übte ich.

Beim Andrücken der Stotzen an den Stein durch eine feine Zange lag die Schwierigkeit darin, gleichmäßige Abstände und Winkel zu wahren und die Stotzen nicht durch zu häufiges Biegen  abzubrechen. So verfuhr ich auch mit den Fassungen am Ring. Die Brillantfassung fräste ich beim ersten Mal zu tief ein, sodass ich alle Kerben durch aufgelaserten Weißgolddraht auffüllen musste. Dabei beschädigte ich einen Stotzen zu stark und musste ihn erneuern. Bei der Turmalinfassung musste ich die Einfräsungen der Stotzen an die Rondistbreite des Steins (breiter als beim Brillant)  anpassen. Desweiteren musste ich beim Turmalin die oberen Stotzenenden eng an den Stein treiben (=hämmern), damit er nicht mehr beweglich war. Dazu nahm ich einen Fasserhammer und trieb das Metall der Stotzen an den Stein.

Abschließend arbeitete ich den gesamten Ring und die Fassung durch Polieren und Säubern auf.

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